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Der Ablauf des Coachingprozesses


Erstkontakt mit dem Auftraggeber:

Ziel des Erstkontakts ist, sich für den zukünftigen Aufbau einer tragfähigen Coaching-Beziehung wechselseitig kennen zu lernen. Die Ausgangssituation wird geklärt und die Voraussetzungen für Coaching werden überprüft.

Beim Erstkontakt sollten folgende Themen angesprochen werden:

  • Was sind die Erwartungen des Interessenten an ein Coaching?
  • Gibt es Vorerfahrungen beim Interessenten?
  • Die Definition von Coaching
  • Coaching-Beziehung (Freiwilligkeit, Vertraulichkeit, gegenseitige Akzeptanz)
  • Ethische Fragen: Wie weit darf der Gecoachte verändert werden? Lernen beinhaltet Veränderung.
  • Ausschluss von Manipulation
  • Übererwartungen dämpfen
  • Gemeinsame Wertebasis ermitteln
  • Hinweis: Der Coach als Prozessberater nimmt dem Klienten keine Aufgaben oder Verantwortung ab.
  • Der Coachingprozess ist individuell. Der Prozessverlauf und das Ergebnis können nicht genau vorhergesagt werden.
  • Der formale Vertrag ist ein Dienstvertrag. Im Gegensatz zum Werkvertrag wird hier nicht ein bestimmtes Ergebnis versprochen, sondern vereinbart, dass der Coach eine profunde Beratungsleistung erbringt.
  • Termine und Honorar

Die Beteiligten erhalten eine Woche Zeit zur Entscheidungsfindung, ob das Coaching in dieser Konstellation durchgeführt werden soll.

Der erste Termin mit dem Klienten:

Wenn der Klient nicht der Auftraggeber aus dem Erstkontakt ist werden die obigen Punkte mit Ausnahme des Vertrages, des Honorars und der Wochenfrist für die Entscheidungsfindung in verkürzter Version bearbeitet.

Die weitere Arbeit beginnt mit dem psychologischen Vertrag, in dem die Spielregeln für die zukünftige gemeinsame Arbeit festgelegt werden. Der Klient äußert seine Erwartungen und der Coach macht den Rahmen seiner Möglichkeiten deutlich.

Folgende Punkte sollten im psychologischen Vertrag geklärt werden:

  • Die ideologische Orientierung von Coach und Gecoachten sollte harmonieren.
  • Die Bereitschaft zum selbstkritischen Hinterfragen der eigenen Situation und der Werte muss gegeben sein.
  • Die Bereitschaft muss gegeben sein, das Ausmaß persönlicher Probleme anzuerkennen. Insbesondere betrifft dies
    • die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der eigenen Person und Situation;
    • die Bereitschaft, selbstverschuldete Probleme anzuerkennen und die Verantwortung dafür zu übernehmen;
    • den ernsthaften Willen, das eigene Verhalten zu ändern;
    • die Einsicht in die Notwendigkeit der Beratung;
    • die Akzeptanz der Beratung durch den Coach.
  • Die konkreten Erwartungen an das Coaching (Vorannahmen, Befürchtungen, Ziele)
  • Die im Coaching einzusetzenden Techniken und Vorgehensweisen und der Umfang der angestrebten Veränderung
  • Die Grenzen im Coaching: Zum einen sollte der Coach erläutern, was mit einem Coaching erreicht werden kann, zum anderen sollte der Gecoachte klarstellen, wie weit das Coaching gehen darf und welche Bereiche nicht thematisiert werden sollen ("Tabuzonen").

Das eigentliche Coaching beginnt mit der Klärung der Ausgangssituation. Der Coach führt eine erste Bestandsaufnahme gemeinsam mit dem Klienten durch sowie eine erste Analyse seiner Stärken und Schwächen.

Die Ziele des Klienten werden erarbeitet sowie seine hinter den Zielen stehenden Werte und Absichten ermittelt.

Die gemeinsame Arbeit wird mit der Suche nach dem Weg zum Ziel fortgesetzt. Hier finden bereits die ersten Interventionen statt.

Folgende Termine:

Während der folgenden Termine wird der Klient weiter begleitet. Eine Evaluation der Zwischenergebnisse wird durchgeführt. Das Ziel wird auf weitere Gültigkeit überprüft, das Thema des Tages abgestimmt und weitere Interventionen durchgeführt. Selbstreflexion wird gefördert und Hilfe zur Selbsthilfe gegeben. Für die Zeit bis zum Folgetermin werden ‚Hausaufgaben’ festgelegt.

Abschlusstermin:

Hier wird der gesamte Coachingprozess evaluiert. Dazu gehören:

  • Ziel-Evaluation
  • Input-Evaluation
  • Prozess-Evaluation
  • Output-Evaluation

Sollte das Coaching vorzeitig abgebrochen werden, ist trotzdem eine Abschlusssitzung durchzuführen. Hier werden dann eventuelle unbewältigte Abbrüche angemessen verarbeitet und der Prozess rekapituliert.