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Golden Profiler of Personality: Hintergrund


Der Golden Profiler of Personality (GPOP) von John P. Golden, Richard Bents und Reiner Blank ist die deutsche Adaption des Golden Personality Type ProfilerTM von John P. Golden. Dieser basiert auf der Typentheorie des Schweizer Arztes und Psychoanalytikers Carl Gustav Jung. Sein Buch 'Psychologische Typen' erschien 1921 (16. Auflage 1989).

Jungs Theorie: Jeder Mensch hat eine bevorzugte Weise oder Präferenz, wie er wahrnimmt und entscheidet. Wahrnehmung geht entweder über die Sinne oder intuitiv. Entscheidungen werden entweder analytisch oder anhand persönlicher Werte getroffen. Dies wird noch ergänzt durch die Einstellung, wie jemand die Welt erlebt: außenorientiert bzw. extravertiert oder innenorientiert bzw. introvertiert.

Jungs Typentheorie ist die Grundlage für den Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI®). Myers entwickelte dazu 1962 eine vierte Skala, der Einstellung zur Außenwelt.

John Golden veröffentlichte im Jahr 2000 auf der Basis von Jungs Theorie den 'Golden Profiler'. Hier wurde auch eine vierte Skala mit dem Titel 'Lebensstil' eingeführt. Die Gegensatzpaare sind hier Strukturorientierung und Wahrnehmungsorientierung. Der Profiler misst außerdem, wie eine Person auf Stress reagiert.

Voraussetzungen der Typentheorie (Quelle: R. Bents, R. Blank: GPOP Manual, Verlag Hans Huber, 2004):

Jung hat aus seinen Beobachtungen von menschlichem Verhalten bestimmte Hypothesen entwickelt und darauf die Typentheorie aufgebaut. Die Typentheorie geht von folgenden Voraussetzungen aus:

  • Menschliches Verhalten ist nicht zufällig. Auch wenn Verhalten manchmal willkürlich zu sein scheint, sind bestimmte Muster zu erkennen.

  • Daher ist menschliches Verhalten klassifizierbar: Psychologische Typen beschreiben Muster für die Art und Weise, wie Menschen bevorzugt Informationen aufnehmen und Entscheidungen darüber treffen. Die Typentheorie geht davon aus, dass jede psychische Aktivität in vier Prozesse aufgeteilt werden kann: zwei Wahrnehmungsprozesse (über die Sinne und über die Intuition) und zwei Entscheidungsprozesse (analytisches und wertorientiertes Entscheiden).

  • Unterschiede im menschlichen Verhalten resultieren aus Präferenzen. Wir verhalten uns so und nicht anders, weil wir bestimmte Präferenzen haben. Andere verhalten sich anders, weil sie andere Präferenzen haben.

  • Präferenzen beziehen sich auf Grundfunktionen unserer Persönlichkeit, die wir unser Leben lang ausüben. Meistens bleiben diese Präferenzen ziemlich unverändert. Die Ausprägung einer Präferenz mag sich ändern, aber ihre Ausrichtung bleibt gleich.

  • Präferenzen entstehen früh im Leben und bilden die Grundlage unserer Persönlichkeit. Die Typentheorie stellt fest, dass Individuen mit Neigungen für bestimmte Präferenzen geboren werden. Je mehr man seine Präferenzen einsetzt, umso mehr bilden sie sich aus und festigen unsere Persönlichkeit. Selbstverständlich spielt die Umwelt eine einflussreiche Rolle. Sie kann die natürlichen Präferenzen unterdrücken oder fördern.

  • Theoretisch könnte man auch Kleinkinder typisieren. Aber der Profiler ist für Erwachsene und Heranwachsende konzipiert.

  • Wenn bestimmte Lebensfragen auftauchen, werden sie stets über die Grundpräferenzen vermittelt. Präferenzen "diktieren" uns, wie wir die Welt erleben und wie wir Entscheidungen treffen. Zwei Menschen können auf ein und denselben Reiz ganz unterschiedlich reagieren.

  • Die Präferenzen spielen eine wesentliche Rolle, ob und wie wir von Menschen, Aufgaben oder Ereignissen angezogen oder abgestoßen werden. Wir können "typisiert" werden. Das heißt, unser Persönlichkeitstyp kann uns im Voraus sagen, was uns befriedigt und stimuliert und gleichzeitig feststellen, was uns irritiert und frustriert .